FC Arsenal hatte wieder eine sehr starke Leah Williamson in der Innenverteidigung, musste jedoch weiterhin auf Beth Mead und Chloe Kelly verzichten. Chloe Kelly ist ja bekanntlich eine Stürmerin, die wichtige Spiele entscheiden kann.
Die erste Halbzeit war ausgeglichen. Jule Brand schoss nach einer riesigen Lücke in der Verteidigung des FC Arsenal in der 19. Minute das 1:0. Daphne van Domselaar war noch mit den Fingerspitzen dran. Der FC Arsenal kam nicht richtig in die Gänge, es fehlten Torchancen und Torschüsse. Olivia Smith wurde mehrmals hart gefoult.
Zu Beginn der zweiten Halbzeit stürmte Emily Fox aus der Tiefe nach vorne und spielte auf Olivia Smith, die nur sehr knapp am Tor vorbeischoss. Kurz vor der Stunde, genauer in der 54. Minute, zahlte sich Arsenals Druck jedoch aus: Ein flacher Freistoss von Mariona Caldentey von links täuschte Christiane Endler in der Nähe der lauernden Stina Blackstenius und die unglückliche Ingrid Engen lenkte den Ball noch ins eigene Tor. OL Lyon hätte beinahe den schnellen Ausgleich erzielt, als Kadidiatou Diani die Abwehr durchbrach und die Latte traf; Emily Fox dürfte mit ihrer Rettungsaktion das Tor verhindert und den Schuss entscheidend gestört (oder sogar leicht abgelenkt) haben. Caitlin Foord prüfte Endler am kurzen Pfosten und wurde später aus nächster Nähe. In der 83. Minute eroberte Olivia Smith einen unpräzisen Pass und stürmte auf das Tor. Christine Endler wurde umspielt und stiess mit der eigenen Verteidigerin zusammen. Die ebenfalls gestolperte bzw. gestürzte Olivia Smith raffte sich auf und schoss den Ball dann präzise zum 2:1 in das Tor.
Am Samstag, den 2. Mai 2026, folgt das Rückspiel in Lyon. Bereits wurden hierfür über 10’000 Tickets verkauft.
Schlüsselmomente des Spiels
19′ Jule Brand bringt OL Lyon in Führung
54′ Christiane Endler pariert gegen Smith
58′ Ingrid Engens Eigentor gleicht das Spiel aus
66′ Kadidiatou Diani trifft die Latte
83′ Olivia Smith trifft für Arsenal zum Sieg
Vodafone-Spielerin des Spiels Olivia Smith
Olivia Smith wurde als Vodafone-Spielerin des Spiels ausgezeichnet. Herzliche Gratulation! Dazu äusserte sich die zuständige Person der UEFA wie folgt: «Olivia Smith war während des gesamten Spiels eine ständige Gefahr, sowohl mit als auch ohne Ball. Sie gab nie auf und erzielte den Siegtreffer. Arsenals Pressing in der zweiten Halbzeit war von einer wirklich guten Intensität geprägt, was sich darin zeigte, dass Smith den Ball für das entscheidende Tor eroberte.»
Kommentar zum Spiel
Das Halbfinalhinspiel war sehr spannend und über weite Teile ausgeglichen. Letztlich wurden alle drei Tore, auch die fantastische Schussgelegenheit von Jule Brand in der Mitte des Strafraums, von der Gegenmannschaft geschenkt. Jule Brand hat sich in Lyon sehr gut eingelebt und ist eine absolute Leistungsträgerin des Teams. Der FC Arsenal ist sowohl von «englischen Wochen» als auch von Verletzungspech geplagt, das nun auch Chloe Kelly traf. Leah Williamson ist zurück in voller Stärke. Die beste Spielerin des Halbfinals war, auch wenn Olivia Smith zu Recht sehr viel Ruhm und die Auszeichnung der «Vodafone Spielerin des Spiels» zukam, Emily Fox. Die amerikanische Nationalspielerin war überall auf dem Platz, verteidigte, griff an und half auch auf der anderen Seite in der Verteidigung aus, mutmasslich mit der Verhinderung des Gegentors durch Kadidiantou Diani, da sie die Aktion störte und allenfalls sogar den Ball noch berührte.
Und da war natürlich auch das überragende Schiedsrichterinnen-Team aus der Schweiz. Schiedsrichterin Désirée Blanco, die Schiedsrichterassistentinnen Linda Schmid und Susanne Küng sowie der Video-Assistent Fedayi San boten eine herausragende Leistung, was man in der UEFA Women’s Champions League ja nicht immer erlebt. Zunächst kriegte Schiedsrichterin Désirée Blanco die harten Aktionen der Verteidigung von OL Lyon, vor allem gegen Olivia Smith, ohne übermässigem Kartengebrauch in den Griff. Dann folgten die grossen Momente von VAR Feday San. Aufgrund seiner Intervention nahm Blanco einen Penaltypfiff für den FC Arsenal, wohl zu Recht (man muss die Szene in Zeitlupe mehrmals schauen), zurück. Beim 1:1 Eigentor schaute der VAR auch noch kurz drauf, ohne Intervention. Sonia Bompastor, die Trainerin des FC Chelsea, dürfte an diesen Eidgenossen ihre Freude gehabt haben. An den Haaren gerissen wurde in diesem Spiel allerdings mit Sicherheit nicht (anders im anderen Halbfinale und im Viertelfinale).