Spielverlauf
Barça setzte die Gäste vom Anpfiff weg mit hohem Pressing unter Druck. Nach 227 Sekunden traf Clàudia Pina zum ersten Mal. Sie hatte am Strafraumrand einen Pass von Caroline Graham Hansen angenommen und sich gegen mehrere Madrilenen durchgesetzt. In der 15. Minute zog Andreia Jacinto Sydney Schertenleib im Strafraum am Trikot. Trotz VAR-Check gab es keinen Penalty.
Danach brach Real ein. Pina staubte in der 28. Minute nach einem Schuss von Ewa Pajor ab. In der 32. Minute machte sie nach einem Doppelpass mit Patri Guijarro ihren Hattrick perfekt. Eine Minute später traf Graham Hansen, nachdem sie Maëlle Lakrar ausgespielt hatte, zum 4:0. Kurz vor der Pause folgte nach einem Doppelpass mit Pajor das vierte Tor von Pina. Sie traf mit allen vier Schüssen und küsste nach jedem Tor das Clubwappen. In der 60. Minute wurde sie unter grossem Applaus ausgewechselt. [1][6]
Pajor erhöhte in der 55. Minute auf Vorlage von Graham Hansen auf 6:0. Den Schlusspunkt setzte die Schweizer Nationalspielerin Sydney Schertenleib, die diesmal im Mittelfeld spielte. In der 88. Minute schlenzte sie den Ball aus rund 20 Metern in den Winkel. Beim Jubel an der Eckfahne zeigte sie die Geste ihres Clubkollegen Lamine Yamal. Ein Traumtor mit sehr viel Symbolcharakter.
Aufstellungen
Barça: Cata Coll; Aïcha, Paredes, Van Asten (69. Martina), Brugts (79. Rosalía); Schertenleib, Patri, Serrajordi (79. Carla Julià); Graham Hansen (60. Kerolin), Pajor, Pina (60. Aitana).
Real Madrid: Frohms; Eva Navarro, Lakrar, Andersson, S. Cristóbal; Caruso (56. Irune), Senss (74. M. Méndez), Andreia (65. Däbritz); Athenea (56. Angeldahl), Schröder (65. Beerensteyn), Caicedo. [1]
Schertenleib überzeugt als Stammspielerin und schiesst Traumtor
Sydney Schertenleib spielte im Clásico eine grosse Rolle, auch wenn Pina die nationalen und internationalen Schlagzeilen gehörten. Die 19-jährige Zürcherin ist seit dieser Saison Stammspielerin bei Barça. Bisher spielte sie meist als rechte Aussenverteidigerin. Gegen Real setzte Romeu sie im Mittelfeld neben Patri Guijarro und Clàudia Serrajordi ein. Es war ihr achter Startelfeinsatz im achten Pflichtspiel der Saison.
Sie spielte die neue Rolle sehr reif. Sie brachte 67 von 75 Pässen an, gab fünf Schüsse ab und trieb das Spiel mit starken Dribblings durch das Zentrum an. Schon nach einer Viertelstunde stand sie im Mittelpunkt, als Andreia Jacinto sie im Strafraum am Trikot zog. Romeu verlangte eine Videoüberprüfung, einen Penalty gab es aber nicht.
In der 88. Minute folgte der Höhepunkt: ein Schlenzer aus rund 20 Metern in den Winkel, ihr zweites Saisontor. Der TV-Kommentator sprach von einem «Kunstwerk», das für Real-Torhüterin Merle Frohms nicht zu halten war. Schertenleib selbst nannte es «ohne Zweifel eines meiner schönsten Tore». Sie sei froh, das Vertrauen von Trainer und Team zu geniessen
Der Zeitpunkt ist ideal für die Nati. Schertenleib rückt am Montag ins Schweizer Nationalteam ein, wo die WM-Playoffs gegen Israel anstehen. Es wird zunehmend wichtig sein, dass Nati-Trainer Rafel Navarro die neue Rolle von Sydney Schertenleib bei Barcelona auch in der Nati angemessen berücksichtigt und abbildet.
Stimmen zum Spiel
Barça-Trainer Pere Romeu sprach von «einer klaren Dominanz». Er sagte auch: «Madrid spielt eigentlich besser und ist ein gutes Team, aber bei uns hat alles gepasst.» Über die Gegnerinnen meinte er: «Es muss hart sein, so ein Resultat auswärts und ohne Unterstützung hinzunehmen.»
Pina sagte: «Nicht jeden Tag schiesst man vier Tore in einem Spiel. Und dann noch gegen Real Madrid.»
Schertenleib zur Mentalität des Teams: «Auch bei 5:0 haben wir in der zweiten Halbzeit gespielt, als stünde es 1:0 oder als lägen wir zurück.»
Bei Real Madrid erschienen nach dem Spiel weder Trainer Pau Quesada noch Spielerinnen vor den Medien, was die Demütigung deutlich aufzeigt und nicht gerade als professionelles Verhalten gewertet werden kann.