Arsenal-Parade in London: Männer und Frauen feiern gemeinsam

Nordlondon versank am Sonntag, dem 1. Juni 2026, in einem Meer aus Rot und Weiss. Hunderttausende Fans strömten in die Strassen Islingtons, um den FC Arsenal bei einer historischen Siegesparade zu feiern. Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte feierten Männer- und Frauenmannschaft gemeinsam auf offenen Doppeldeckerbussen. Ein unvergesslicher Meilenstein für den Triumphzug des englischen Frauenfussballs.

Eine Parade für zwei Titelgewinne

Während Mikel Artetas Männermannschaft nach 22 Jahren Wartezeit die Premier-League-Meisterschaft präsentierte – den 14. Titel der Klubgeschichte – zeigte die Frauenmannschaft stolz den FIFA Women’s Champions Cup, den sie am 1. Februar 2026 im Finale gegen SC Corinthians gewonnen hatte.

Teamkapitäninnen Leah Williamson und Kim Little hoben die Trophäe gemeinsam in die Höhe, während sich die Fans überschlugen. Schätzungen zufolge säumten bis zu einer Million Menschen die rund neun Kilometer lange Strecke durch Islington, Highbury und Canonbury. Mit dabei war der grösste Teil des Kaders des FC Arsenal Women.

Triumph trotz Champions-League-Schmerz

Die Feier fand nur einen Tag nach der bitteren Niederlage der Männer im Champions-League-Finale statt: Arsenal verlor in Budapest gegen Paris Saint-Germain im Elfmeterschiessen. Die Fans liessen sich von der Champions-League-Niederlage nicht beirren. Fackeln, Gesänge und Feuerwerkskörper begleiteten die Busse durch die Strassen. «Ich bin total aus dem Häuschen – ich bin so stolz auf Arsenal. Gestern ist mir egal», sagte eine junge Anhängerin dem Sender Sky Sport News.

Ein wichtiges Signal für den Frauenfussball

Die Entscheidung, beide Teams gemeinsam zu feiern, wurde europaweit als wegweisendes Zeichen für die Gleichstellung im Fussball gewertet. Johan Djourou, ehemaliger Arsenal-Spieler und heute Technischer Direktor der Schweizer Frauennationalmannschaften, kommentierte beim jährlichen «UEFA Business Case for Women’s Football»-Event in Oslo: «Wenn ein Klub beide gleichzeitig feiert, die Parade gemeinsam macht – das ist riesig. Ich denke wirklich, dass das so sein sollte.» Die Botschaft der UEFA war unmissverständlich: Männer- und Frauenfussball gehören zusammen, nicht getrennt. Arsenal setzte dieses Prinzip mit der gemeinsamen Parade sichtbar in die Tat um.

Umzug durch Nordlondon

Vier offene Doppeldeckerbusse starteten um 14:00 Uhr BST nahe dem Emirates Stadium. Die Route führte durch Islington über Drayton Park, Seven Sisters Road, Blackstock Road, Green Lanes, Essex Road und Upper Street zurück zum Ausgangspunkt. Strassensperrungen galten ab 4:00 Uhr morgens.

Schlussfazit: ein gesellschaftliches Statement

Arsenal hat mit dieser Doppelparade nicht nur zwei sportliche Saison-Erfolge gefeiert, sondern auch ein klares gesellschaftliches Statement gesetzt: In Nordlondon werden Männer und Frauen als eine Einheit verstanden. Die Bilder dieser Parade werden in der Geschichte des Klubs – und des Frauenfussballs – einen festen Platz einnehmen. Die Wahrscheinlichkeit ist ja hoch, dass FC Arsenal Women auch nächstes einen Titelgewinn feiern wird.

Kommentare (0)