UWCL-Spitzenspiel: Hampton und Bronze stoppen OL Lyonnes

OL Lyonnes und Chelsea trennen sich im Spitzenspiel der Women’s Champions League 0:0. Für die achtfachen Europameisterinnen ist es das erste Spiel ohne eigenen Treffer seit 20 Partien in der Königsklasse – und für Chelsea der fünfte Zu-null-Auftritt in Serie. Bei Sonia Bompastors emotionaler Rückkehr in ihr altes Stadion entschieden ein aberkanntes Tor, ein zurückgenommener Penalty und zwei glänzende Torhüterinnen über das torlose Remis.

Das Duell im Parc Olympique Lyonnais war mehr als ein Gruppenspiel. Chelsea-Trainerin Sonia Bompastor, die Lyon als Spielerin und Trainerin geprägt hatte und 2022 mit dem Klub die Champions League gewann, kehrte mit Assistentin Camille Abily erstmals seit ihrem Wechsel 2024 zurück. Mit Lucy Bronze, Kadeisha Buchanan, Ellie Carpenter und Melvine Malard standen zudem vier ehemalige Lyonnaises in Chelseas Startformation. «Heute Abend war es wirklich emotional», sagte Bompastor nach dem Spiel.

Die Ausgangslagen hätten unterschiedlicher kaum sein können. Lyon reiste mit einem 8:0 beim Schweizer Debütanten Servette an – dem höchsten Sieg in der Geschichte der Ligaphase, mit einem Hattrick von Marie-Antoinette Katoto – und hatte in den ersten vier Saisonspielen 30 Tore erzielt. Dank Ruhetagen in der französischen Liga gingen die Lyonnaises ausgeruht ins Spiel. Chelsea dagegen hatte erst drei Tage zuvor Arsenal an der Stamford Bridge 1:0 bezwungen und musste ohne Katie McCabe (krank) und Naomi Girma (verletzt) auskommen.

Chelsea übernahm zunächst die Kontrolle, blieb aber harmlos – ein Schuss von Malard über das Tor war in der ersten Viertelstunde die einzige nennenswerte Aktion. Die erste echte Chance gehörte Lyon: Nach einem schnellen Konter über Melchie Dumornay scheiterte Salma Paralluelo an Hannah Hampton. Kurz darauf blockte Veerle Buurman einen Abschluss von Katoto in letzter Sekunde, ein Freistoss von Captain Selma Bacha strich über die Latte. Viele Fouls, kaum Risiko: Zur Pause stand ein leistungsgerechtes 0:0.

Nach dem Wechsel wurde die Partie lebhafter – und zum Fall für den VAR. In der 54. Minute brachte Tarciane Sjoeke Nüsken im Strafraum zu Fall und sah Gelb, einen Penalty gab es nach Videostudium dennoch nicht: Lucy Bronze hatte zuvor aus abseitsverdächtiger Position eingegriffen. Kurz darauf rettete Bronze, die als Captain die verletzte Erin Cuthbert vertrat, mit einem Block gegen Katoto. Nach rund 70 Minuten jubelte Lyon, doch Paralluelos Treffer wurde wegen Abseits annulliert.

Wenig später zeigte Schiedsrichterin Marta Huerta de Aza nach einem Zweikampf zwischen der eingewechselten Lauren James und Damaris Egurrola auf den Punkt – und nahm den Entscheid nach Ansicht der Bilder wieder zurück. «Für mich ist das ein klarer Penalty», monierte Bompastor. Lyons Trainer Jonatan Giráldez sah es anders: «Ich habe die Bilder gesehen und denke, dass es der richtige Entscheid war.»

Erst in den letzten Minuten öffnete sich das Spiel. Alyssa Thompson bediente nach einem Sololauf James, die frei vor Maria Luisa Grohs aber die Lyon-Torhüterin anschoss. Auf der Gegenseite köpfte die eingewechselte Rekordtorschützin Ada Hegerberg nach Flanke von Lily Yohannes Richtung weite Ecke – Hampton parierte mit einem spektakulären Hechtsprung. In der achtminütigen Nachspielzeit musste Hampton nach einem Zusammenprall mit Temwa Chawinga behandelt werden, spielte aber weiter. Mit dem letzten Angriff spitzelte Maika Hamano den Ball an Grohs vorbei, doch er rollte knapp am Pfosten vorbei.

Stimmen nach dem Spiel

«Ich bin wirklich stolz auf mein Team, dass es hier in diesem Stadion gegen ein starkes Team und eine starke Offensive kein Gegentor kassiert hat», sagte Bompastor. «Es war ein sehr gutes Spiel zweier Topteams. Ich freue mich, dass es ein gutes Bild des Frauenfussballs abgibt.» Player of the Match Lucy Bronze ergänzte: «Beide Teams hatten die Chance, ein Tor und vielleicht einen Sieg zu stehlen, aber ein Unentschieden ist zu diesem Zeitpunkt der Saison für beide wohl nicht das Schlechteste.»

Giráldez lobte die Defensive, haderte aber mit der Offensive: «Wir hatten mehr Mühe, in den Strafraum zu kommen, als in unseren letzten Spielen. Normalerweise treffen wir auf tiefere Blöcke.» Chelsea sei heute «mutiger, aggressiver und spielt mit einem höheren Block». Captain Selma Bacha mahnte zur Gelassenheit: «Man darf nicht alles in den Mülleimer werfen. Es bleibt ein Unentschieden.»

Fazit zum Spiel

Ein Remis, mit dem beide leben können. Chelsea bewies nach einer intensiven Woche erneut seine defensive Stabilität, Lyon blieb trotz Ladehemmung auch im 25. Ligaphasen-Spiel in Folge ungeschlagen. Beide Teams stehen nach zwei Runden mit vier Punkten hinter Leader Barcelona. Am 28. Oktober empfängt Lyon Inter Mailand, Chelsea trifft in Wimbledon auf die AS Roma.

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